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Diese Seite wurde am 08.02.2008 geändert.
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Russland - der Norden Europas

aufgeschrieben von Christian Böttger > Link zur Bildergalerie
Am Samstag, dem 10. August, reisen wir mit dem Zug von Dresden nach Rostock, wo gegen Abend unsere Fähre ablegt. So gleiten wir direkt und über Nacht ins nordische Gefilde in Hanko/Finnland. Von dort geht es nach einem kurzen Zwischenstop in Helsinki mit dem Nachtzug weiter nach Kemijärvi, der nördlichsten Zugstation Finnlands. Nun soll unsere Radtour beginnen und über Ivalo zur russischen Grenze führen. Das Wetter heißt uns mit einem kalten Sonne - Wind - Wechsel nicht allzu herzlich willkommen. Nach 330 Kilometern erreichen wir die Grenze bei Lotta. Hier kennen wir uns noch von vor 2 Jahren aus, besuchen ein letztes Mal noch ein westeuropäisches Klo mit Toilettenpapier, warmem Wasser und einem Heißlufttrockner, bevor wir uns in die Grenzformalitäten werfen. Doch wie über den Grenzstreifen? Fußgängern ist es nicht erlaubt, diesen Bereich alleine zu überschreiten. Also bekommen wir einen Grenzschützer zur Seite gestellt mit der Anweisung immer schön versetzt hinter ihm zu laufen. Bis zum Grenzstreifen, wo sich links und rechts die geharkte Schneise durch die Taiga zieht, darf er gehen. Dann ein zackiger Salut zu dem russischen Gegenüber, und wir müssen dem russischen Grenzsoldaten zu seinem Posten wieder leicht versetzt folgen.

Am 18.8. erreichen wir endlich Murmansk. Das Wetter hat sich bis jetzt viel zu oft von der schlechten Seite gezeigt. Deshalb wollen wir uns hier erst einmal etwas nach Wetterprognosen umschauen. Mit starkem und verregnetem Rückenwind brausen wir am Folgetag aus Murmansk hinaus, über Monchegorsk nach Kirovsk. Beides sind Orte, in denen sich der Mensch in einer unvorstellbaren Grausamkeit durch die Natur gefressen hat, um in großen Mengen Nickel und Kupfer abzubauen. Es gibt einfach keine Vegetation mehr, sondern nur noch Autoreifen und herumliegenden Schrott. Also nichts wie weg, zum Ausgangspunkt unserer geplanten Tour durch die Halbinsel Kola, nämlich Oktjabrskij am Umbozero.

Und siehe da, das Wetter wandelt sich langsam zum Guten mit Sonnenschein, Rückenwind und moderaten Temperaturen um 10°C. Noch ist der Weg breit und man kann auf den glattgefahrenen Abschnitten gut die großen Pfützen umfahren. Noch immer zeigen sich unsere Räder, bepackt mit 50 kg Gepäck als ganz agile Fahrzeuge. Es macht Spaß, doch bald wird der Weg schmaler, die Moore häufiger und immer weniger Zivilisation greifbar. Mit dem GPS-Gerät navigieren wir uns auf den richtigen Weg und stellen entsetzt fest, dass unser Vorankommen immer langsamer wird. Hier und da gilt es abzusteigen und zu überlegen, wie man die morastigen Passagen absolviert, ohne weniger als 5 - 10 cm zu versinken. An anderen Stellen zwingen uns quer liegende Stämme oder gefährlich hohe Steine zum Absteigen. Am „KM 82“ wird uns von der dort ansässigen Familie ein vorhandener Wohnschlitten zum Übernachten angeboten. Am gemütlich böllernden Ofen schauen wir uns erst einmal die weiteren Wegpunkte nach Krasnoschtschelje an. Doch uns schwant nichts Gutes, als wir die Familie mit zu Rate ziehen. Der einzige eingezeichnete Weg ist ein echter Winterweg im Gegensatz zu dem „Winterweg“, den wir bis jetzt gefahren sind. In etlichen Kilometern soll er wirklich nur noch durch Moore führen und deshalb nur im Winter bei Frostboden befahrbar sein. Allerdings soll es einen anderen Weg geben bis zu einem nur noch 60 km von Krasnoschtschelje entfernt liegenden See, der wiederum über einen Fluss mit Krasnoschtschelje angebunden ist. Aber selbst sie sind ihn noch nie gefahren. So schwingen wir uns am nächsten Tag auf die Räder um zu sehen, was wir schaffen können. Noch einmal besichtigen wir staunend die panzerartigen Kettenfahrzeuge, mit denen die Familie empfehlen würde weiterzufahren. Schon nach der ersten eingebrochenen Brücke verschlechtert sich der Weg drastisch. Nur noch schieben ist angesagt und das vorbei an riesigen tiefen Pfützen, durch Schlammsuhlen und Gestrüpp am trocknen Wegrand. Und natürlich dauert es nicht lange, bis ich in eine 40 cm tiefe Pfütze falle. Nett kalt ist das Wasser und hübsch braun der Schlamm an der Wade. Also den Wanderschuh auskippen, Socken auswringen und hoffen, dass einem am Fuß nicht kalt wird. Doch es wird kalt und wir entschließen uns, doch erst einmal zur Lagebesprechung wieder in den warmen Wohnschlitten zurückzukehren.

Wie wir dort ankommen, bietet sich uns das nächste gute Angebot. Ein Trupp Geologen ist eingetroffen und will morgen auch etwas tiefer ins Land stoßen. Allerdings haben sie LKWs der Bauart Kamaz Ural mit Sechsrad Antrieb, knapp 80 cm Bodenfreiheit und 160 PS. Keine Frage, wir schließen uns ihnen am folgenden Tag an, um per LKW noch etwa 30 km ins Land zu fahren. Fast 3 Stunden benötigen wir für diese Strecke, und Dima der Fahrer, hat stark am Lenkrad zu arbeiten, dass wir nicht die Böschungen hinunterfallen oder im Morast versinken. Zusammen schlagen wir unser Quartier in einer Blockhütte mitten in einem Geologencamp auf. Die Leute sind echt nett und wir unterhalten uns angeregt bis tief in die Nacht mit ihnen. Am folgenden Tag schauen wir uns dann noch etwas in der Gegend um. Die ortskundigen Geologen haben wir begonnen auszufragen. So bekommen wir eine Ahnung über den Verlauf des „Weges“. Keiner ist ihn je gefahren und niemand kann ihn präzise auf der Karte markieren. Und obendrein ernten wir nur Kopfschütteln über unser Vorhaben. Irgendwie akzeptieren wir langsam, dass es mit dem Fahrrad einfach nicht möglich sein wird. So genießen wir noch ordentlich die Gegend, gehen etwas angeln, unterhalten uns mit den Leuten oder heizen den Ofen an. Doch spätestens nach einem Tag treibt uns der Wissensdurst weiter. Wir beschließen am 25. August wieder zurück zu fahren in die Zivilisation.

Schon auf dem Hinweg hatten wir uns den Fluss Umba genauer angesehen und nun wollen wir ihn befahren. Gleich hinter Oktjabrskij bauen wir das Faltboot auf und zerlegen unsere Räder, um sie im Boot zu verstauen. Uns erwarten auf über 100 km Länge zirka 150 Höhenmeter in diesem tosenden Fluss mitten in der Wildnis. Auf unseren Generalmaßstabskarten waren exakt 66 Stromschnellen eingezeichnet, und genau das war der Knackpunkt. Zufällig erweist sich die erste Stromschnelle als geradezu lapidar. Doch dann, nach etlichen Kilometern, zeigt sich die zweite Stromschnelle. Wir sehen nur einen engen Kanal ohne Ende in die Tiefe stürzen. Folglich müssen wir das Boot den Kilometer durch Geröllfelder und Wald umtragen. Glücklicherweise ist diese Stromschnelle auch die einzige ihrer Art an diesem Fluss. Nur ein weiteres Mal müssen wir uns die Stromschnellen genau ansehen, bevor wir sie mit flatternden Herzen befahren können. Idyllische Übernachtungsplätze auf Inseln oder neben tosenden Stromschnellen runden den Tag abends immer wieder ab. Und wenn ich Lust habe, werfe ich die Angel in den Fluss, um das Abendbrot noch etwas anzureichern, zum Beispiel mit einer Forelle.

Am 29. August erreichen wir die Mündung in das Weiße Meer am Hafenort Umba. Hier stocken wir erst einmal wieder unsere Vorräte auf, bevor wir uns die Küste vornehmen wollen. 140 km staubige und grobsteinige Straße begleiten uns bis nach Varzuga nahe der Küste. In Varzuga angekommen endet die Straße direkt an der Leitplanke zum Fluss Varzuga. Der ganze Hauptteil des Ortes liegt auf der anderen Seite des Flusses und ist somit mit dem Auto oder Fahrrad nicht mehr zu erreichen. Irgendwie ungewohnt. Uns interessiert allerdings nicht Varzuga, sondern das Dorf Kuzomen an der Mündung des Flusses. Bis dorthin sind es noch zirka 20 km. Schon nach 10 km müssen wir aufgeben. Der pure Sand lässt selbst Autos tief versinken und uns mit den Räder gar nicht mehr passieren. Wir schnallen ab und laufen am folgenden Tag mit dem Rucksack weiter Richtung Kuzomen. Diese Ortschaft ist schon fast vollständig vom Sand aufgefressen. Wie immer, wenn man in solchen fernen Orten als Ausländer auftritt, wird man sofort freundlich von der Straße zum Essen eingeladen. So erfahren wir bei einer deftigen Kartoffelsuppe wieder mehr über den Verlauf der Küste und die dortigen Orte. Irgendwie reizen die Erzählungen von diesem Landstrich, allerdings sollte man möglichst ohne Rad und mit einem Boot unterwegs sein. Am Abend laufen wir noch bis zur Landzunge hinaus, besteigen ein altes Schiffswrack und sehen den Beginn des einfachen Küstenpfades Richtung Ponoi. Hier wollten wir eigentlich von Krasnoschtschelje herauskommen. Schade, dass wir es nicht sind.

An den folgenden Tagen fahren wir wieder zurück nach Umba. Wir haben uns vorgenommen, über einen kleinen Waldweg nach Oktjabriskij zurück zu gelangen. Langsam beginnt der Herbst sich in den schönsten Farben zu präsentieren. Dieser Herbst hier oben ist extrem kurz, aber dafür um etliches farbenfroher, als man es von unseren Breiten kennt. Gleichfalls zeigt sich erster richtiger Nachfrost, so dass das Wasser für das Müsli eines Morgens fast vollständig eingefroren ist. In solch kalten Nächten konnten wir aber immer dank unserer faszinierend kleinen Schlafsäcke aus Yetis Manufaktur angenehm warm schlafen. Der kleine holprige Weg führt uns immer weiter in das flache Gehölz hinein. Einzelne eingezeichnete Siedlungen zeigen sich als fast vollständig verlassen und die täglichen Fahrzeuge kann man an einer Hand abzählen. Doch wie immer wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. So kommt mir bei Kilometer 60 der Low Rider in das Vorderrad, wirft mich über den Lenker ab und verbiegt kräftig das Vorderrad und dummerweise die Vorderradgabel. Zum Glück ist mir nichts passiert, doch mit einer angebrochenen Gabel kann man mit 50 kg Gepäck nicht mehr weiterfahren. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als bis zum nächsten bewohnten Haus zurück zu laufen und dort auf eine Lösung zu hoffen. Wie immer ist man allzeit herzlich willkommen, und zusammen mit Iwan, einem dort ansässigen Pensionär, stoppen wir die wenigen Lkws nach einer Mitfahrgelegenheit. Nach fast 24 h rückt dann ein LKW mit Personenkabine an, der uns 170 km bis zur nächsten Bahnstation in Kandalakscha mitnimmt. Seine Fracht sind 6 Moskauer, die aus ihrem Angelurlaub irgendwo in der Wildnis zurückkehren.

Mit dem Zug reisen wir nun wieder zurück nach Murmansk. Hier wollen wir unbedingt unsere Räder loswerden. Von unserem Aufenthalt von vor zwei Jahren in Murmansk her kennen wir einen hier arbeitenden Schweden, dem wir gerne unsere Räder anvertrauen möchten. Doch es ist Sonnabend früh und wir haben nur die Adresse seiner Arbeitsstelle. So warten wir vergebens das ganze Wochenende vor verschlossenen Türen, um Åke anzutreffen. Am Montag kommt dann eine Angestellte von Åke’s Büro, die uns sofort erlaubt, die Räder dort zu deponieren. So wird aus unserer Fahrradreise eine Rucksackreise.

Wir wollen das Gebirge der Hibinen auf der Kolahalbinsel erlaufen. Am Morgen des 11. September marschieren wir mit dem Kompass das Tal der Mala Belaja samt unserem Gepäck für 1½ Wochen los. Es lässt sich kein eindeutiger Weg finden, bis wir die ersten kleinen Kuppen erklommen haben. Die herbstlich bunte Vegetation des niedrigen Waldes lässt das Tal in allen Farben schimmern. In der Ferne zeigen sich die langen Schuttberge hinauf zum Kamm. Bis über die Baumgrenze wandern wir auf etwa 500 m Höhe und bauen das Zelt wegen eines Nieselregen auf. Am nächsten Tag gedenken wir den höchsten Berg der Halbinsel Kola, den Jubuitschvumchorr, zu erklimmen. Leider beginnt es leicht zu nebeln, als wir die auserkorene Schotterkante erklimmen, so dass wir oben auf dem riesigen schottergefüllten Gipfelplateau nur mit dem GPS-Höhenmesser den „Gipfel“ auf exakt 1200 müNN entdecken können. Am Donnerstag kämpfen wir uns zu einem imposanten Pass hoch, um das Tal zu wechseln. Nach drei Tagen treffen wir mal wieder ganz unten im Tal auf ein paar ebenfalls wandernde Menschen, bevor wir wieder ein menschenleeres Seitental hinauf laufen. Irgendwie ist das Gebirge in diesem Teil noch viel flacher geschliffen worden. Nach 6 Tagen erreichen wir endlich die Zivilisation in Kirovsk. Und das auch gleich ordentlich heftig. Am Ende des Tales stehen wir plötzlich vor riesigen Haldenbergen und ganz zum Schluss vor einem zirka 100 m tiefen Bergbauloch. Links und rechts gehen steile, bergmännisch abgeknabberte Bergwände hoch. Immer wieder sehen wir Steine von den Steilhängen abstürzen, auch auf unsere Route. Beim Passieren bemerken wir riesige Blöcke (2x1 m), die noch durch leichtes Anfassen in Bewegung gebracht werden können. Ein wirklich gefährliches Unterfangen und nicht nachahmenswert. Hier wird das weltgrößte Vorkommen an Apatit, ein Phosphat abgebaut. Mit der Eisenbahn fahren wir wieder nach Murmansk.

Unser nächstes Ziel liegt nun in Nickel nahe der Norwegischen Grenze, im Reiseführer als zweiter Eingang zu Hölle beschrieben. Mit dem Zug zuckeln wir 8 Stunden 170 km durch eine grandiose Tundra- und Taigalandschaft. Doch dann, in Nickel angekommen, erschlägt uns sofort der Dreck der ansässigen Nickelverarbeitung, sowie die Grenzpolizei ins Visier. Direkt aus dem Zug werden wir abgefangen und ausgiebigst ausgefragt über unsere Unternehmung so nahe der Grenze. Nachdem wir per Du sind, laden die Grenzer uns ein, bei einer Verwandten von ihnen zu übernachten. Mit russischem Wodka, leichter Suppe und vielen Gesprächen vertreiben wir bis zur Betäubung die Nacht. Natürlich erhalten wir auch eine Belehrung, was wir fotografieren dürfen, was nicht, und dass wir bitte morgen wieder abreisen sollen. Nachmittags vergnügen wir uns alleine und untersuchen die Mondlandschaft nahe der Fabrik noch einmal genauer. Überall liegt Staub herum, keine Vegetation und statt dessen gibt es nur Müll. Wirklich gruselig. Über Nacht reisen wir wieder nach Murmansk und treffen dort endlich unseren Freund Åke.

Am 21.September reisen wir endgültig mit dem Zug nach Sankt Petersburg ab. Nach dieser 30-stündigen Fahrt durch die Weiten des russischen Nordens kommen wir wieder direkt im pulsierenden Leben an. Weiter geht es mit dem Zug über Helsinki nach Hanko. Nur noch Rostock gilt es zu grüßen, bevor wir am Abend des 25. September nach 1500 km auf dem Rad, 110 km auf dem Faltboot und 100 km zu Fuß wieder das Elbtal erblicken. Geschafft!





Wo liegt eigentlich die Kolahalbinsel?! - ganz oben rechts nicht weit von Finnland

die Halbinsel Kola im Detail

fertig zur Überfahrt von Rostock nach Hanko/Finnland

auf der Strasse von Murmansk in Richtung Kandalaksha

eine einsame Lok auf der Strecke zwischen Okjabrskij und Revda

Oktjabrskij - die letzte Station der Zivilisation

die Strassen/Wege in Richtung Krasnoschtschelje werden deutlich schlechter - aber es macht Spass

Pfützen-Hinderniss-Fahrt

für LKW kein Problem, aber wie mit dem Rad?!

Vertrauen ist gut - Kontrolle unmöglich..

bei Kilometer 82 wird fleissig gearbeitet

Und das sind die Fahrzeuge, mit denen man eigentlich in diesem Gelände unterwegs ist.

ein Wohnschlitten diente uns bei Kilometer 82 als gutes beheiztes Quartier

mein erster selbgefangener Hecht - eine leckere Mahlzeit

Micha bereitet die Kartoffelsuppe vor

mit dem KAMAZ fahren wir weiter zu einem Geologencamp - eine wirklich sehr blockige Strecke

wir treffen andere Geologen - Zeit für einen kleinen Plausch

währenddessen größere Teile von einem Bohrturm auf den KAMAZ verladen werden prüft Sascha seinen Motor

von hier wollen wir in den Fluss Umba einsetzen und die 100 Kilometer zum Weissen Meer paddeln

herrliche ruhige Abschnitte bietet der Fluss

..aber eben auch eher unruhige Abschnitte - irgendwo dort in der Mitte müssen/sind wir durch

Sandstrände die es kaum schöner am Mittelmeer geben könnte

Und immer wieder gibt es spannende Stromschnellen, wo wir uns irgendwie durchdirigieren müssen

Abendstimmung auf einer Insel im Kanosero

angekommen in Umba am Weissen Meer

ich warte auf Micha, der Geld mit dem Bus im 100 Kilometer entfernten Kandalaksha holt

Besuch in Umba von 3 Jungs

weiter auf der Strasse von Umba in Richtung Varzuga

Kashkaranzy - ein Ort umringt vom Weissen Meer

endlos-lange Schüttel- und Schotterpisten

mal wieder eine Panne - mein Low Rider ist angebrochen

vor uns liegt der Ort Varzuga

um direkt nach Varzuga zu kommen, muss man zuerst den Fluss im Boot überqueren

auf der Strecke nach Kuzomen treffen wir zuerst einen Beiwagenfahrer und später noch eine "Horde" Zigeuner

Micha - nachdem wir wegen des vielen Sandes die Räder abgestellt haben laufen wir nach Kuzomen

der Ort Kuzomen scheint langsam im Sand zu verschwinden

an der Mündung der Varzuga in das Weisse Meer gibt es nur noch Sand

die Mündung des Varzugaist das Ende der Strasse in Richtung Osten

auf dem Weg zurück nach Umba entlang des Weissen Meer

Sturz mit Gabelbruch und grosse 8 in der Felge zur Folge - das Ende der Radtour

zusammen mit einem Rentner warten wir auf ein Fahrzeug, dass uns und die Räder mitnehmen kann

nach 24 Stunden der heiss ersehnte Abtransport nach Kandalksha, von wo wir mit dem Zug nach Murmansk fahren

übernachten im Hotel in Murmansk, mangels Registrierung kostenlos im Konferenzzimmer

mit dem Nachtzug von Murmansk nach Hibiny

ich habe den praktischen Bootsrucksack als Rucksack zum wandern in den Hibinen

wir treffen genau die Zeit der Herbstfärbung

Micha bouldert ein wenig vor Ort

ich bade dafür im kristallklaren Bergbach.

gemeinsam geniessen wir den Herbst

hin und wieder finden wir einen moderaten Pfad zum laufen

es ist Herbst und der eisige Nordwind treibt uns die letzte Wärme aus dem Leib

Nahe Kirovsk befindet sich die riesige Apatitmine - der wahre ökologische Wahnsinn

Murmansk aus der Sicht von der anderen Seite des Kolafjords

endlich treffen wir Åke - er arbeitet als Schwede in Murmansk um Behörden auszubilden

mit der Eisenbahn fahren wir nach Nikel an die norwegische Grenze

Nikel - eine sowjetische Traumstadt

..besonders atemberaubend wirkt die Nikelfabrik in der Nacht

von Murmansk geht es mit dem Zug zurück nach St. Petersburg

im Zug treffen wir auf Natascha und ihre Mutter Natascha

und hier durften wir uns 30 Minuten die Zeit vertreiben