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| aufgeschrieben von Christian Böttger | > Link zur Bildergalerie |
Nach der ersten Woche erreichten wir die slowakisch-ukrainische Grenze bei Ushorod (Ukraine). Nun mussten wir die üblichen bürokratischen Wege ablaufen um unser Visa registrieren zu lassen. Nachdem man uns die Aussage gab das es erst morgen wieder öffnet, quartierten wir uns in ein billiges Hotel ein wo genau 2 Etagen über uns dieses Registrierungsbüro war. Aber selbst am nächsten Tag öffnete sich nicht die versiegelte Tür, so dass wir nach einer Weile frustrierenden Wartens uns wieder auf die Räder schwangen. Unser nächstes Ziel war die Region Galizien in den Karpaten. Hier winden sich die alten Holzdörfer recht weit in die Berge hoch, was immer wieder schöne Ausblicke anbietet. Leider spielte das Wetter am zweiten Tag nicht mehr mit, dass wir uns an einer Stelle der Wegwahl für die längere asphaltierte Strasse entschieden, anstatt dem schlammigen Weg. So sahen wir aufgrund des regnerischen Wetter nicht sehr viel von der wunderhübschen Gegend Galizien mitten in den Karpaten. Nun begann ganz langsam der Übergang zu der berühmten ukrainischen Steppe mit den endlos langen Ackern. Die ganze Zeit spielte das Wetter Kapriolen in Richtung Gegenwind und Regen was unsere Motivation in der Ebene immer weiter in den Keller sinken lies. Wir zielten direkt auf dem Dnjepr bei Cerkassy und passierten viele unbedeutende hässliche Siedlungen wie Vinnicja. Als wir den Dnjepr bei Cerkassy erreichten sahen wir direkt auf den Stausee der sich 200x15 km durch Land legt. Es sah zum verlocken aus reinzuspringen doch leider roch es recht stark und sah von nahem ziemlich ungesund aus. Nun folgten wir dem Dnjepr bis kurz vor Dnjepropetrovsk, kürzten noch etwas durch das Land ab um dann bei Nikopol wieder auf den Dnjepr zu treffen. Mit einer klapprigen Fähre überquerten wir den nun mittlerweile nächsten Stausee um ins wirklich immer flacher werdenden Land zu radeln.
Kurz darauf erreichten wir das Territorium der Krim wo über 60 % der Bevölkerung Russen sind. Also gab es gleiche eine Art Grenzposten der uns allerdings bloss aus Interesse fragte wo wir den herkämen. Nach über 2 Wochen wirklich nur Ebene erreichen wir das Krim Gebirge und genossen in höchsten Zügen die Abwechslung am Horizont. Die Küste des Schwarzmeeres stand uns nun bevor um von Feodosia nach Sewastopol alles Sehenswertes mit einmal abgegrast zu haben. Zuerst sah es aus wie Griechenland mit den typischen Weinplantagen und dem brauen Gras, ging aber dann über zu üppiger Tropenvegetation. Ganz steil steigt das Krimgebirge bis zu 1500 m hoch aus dem Meer heraus, so dass alle Orte in irgendwelche Täler gequetscht sind. Verbunden werden sie durch gewagte Strassen, die immer wieder schönste Aussichten bietet. Eine Nacht verbringen wir direkt am hier übliche Kieselstrand mit einem ausgedehnte Erfrischungsbad bei warmen Fönwind. Ganz plötzlich war es recht warm und freundlich geworden, das uns sogleich wieder aufbaute. Wir passierten eine riesige alte Festung der Genuesen bei Sudak, besuchten Aluschta wo die längste O-Busslinie vorbeiführt (90 km lang und geht von Meerniveau über eine 700 m hohen Pass) und näherten uns dem mondänem Ort Jalta. Jalta gefiel uns recht wenig, da sie von Kreuzfahrttouristen aus dem Westen sowie von russischen Geldadel total versaut wurde. Also besichtigten wir nur kurz das Schloss der Jaltaer Konferenz 1945 und reisten weiter entlang der Küste mit ihren ganzen Sanatorien. Überall sieht man die Überreste des sowjetisches Erholungsgebietes, da man an den üblichen gigantischen Betoninstallationen nicht gespart hat. Mit einem ständigen Hoch und Runter erreichen wir nach einigen Tagen Sewastopol am Ende des Krimgebirges genau dort wo die Schwarzmeerflotte liegt. Die letzten Kilometer ging es dann wieder landeinwärts nach Simferopol, die Hauptstadt der Krim. Zwischendurch besichtigten wir noch den alten Residenzsitz der Krimtataren die ja bekanntlich die westlichste Bastion der Mongolen darstellten. Eine kleine Schlossanlage mitten in einem schroffen Höhlental.
Von Simferopol ging es mit dem Nachtzug nach Odessa um sich auch diese Stadt noch einmal zu Gemüte führen. Die ganze Innenstadt ist im Jugendstil entstanden, zerbröselt jetzt aber ganz langsam aufgrund der schlechten Pflege. Doch hier und da sieht man immer mal wieder einige herrliche hergerichtete Häuser. Alles im allen eine äußerst reizvolle Stadt. Wieder ging es weiter mit dem Nachtzug weiter nach Lviv (Lemberg) um einen letzten Stopp in der Ukraine mit noch einer hübschen Stadt zu verbinden. In Lviv erstaunte uns das sehr ähnliches Flair wie Budapest und wirkte dadurch gar nicht wie in der Ukraine. Dazu muss man sagen das Lviv lange Zeit zum Habsburger Reich gehörte. Nun stiegen wir in den Zug nach Prag, zahlten ordentlich viel Geld an die verschiedensten Schaffner und durften so mit Rad sowohl ohne Registrierung der Visa über die Grenze. Ganz plötzlich standen wir dann am 29.9. bei unseren Eltern vor der Tür nach über 3400 km Radstrecke und ca. 5 Wochen.
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unsere Reiseroute von Dresden über Polen, Tschechien, Slowakei in die Ukraine |
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wir tangieren die Hohe Tatra, allerdings das erste Mal auf der polnischen Seite |
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da muss man als Autofahrer mal etwas genauer hinschauen.. |
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endlose Landschaften können auch bedrückend wirken.. |
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welch ein leckers Mittagessen |
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auf einer Fähre überqueren wir den Kachiwkaer Stausee des Dnjepr in Nikopol |
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eine fantastische Strasse entlang der Küste von Feodosia über Sudak nach Alutschta |
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Felsenkirchen der Orthodoxen in Bachtschisaraj |
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auf der Abreise besuchen wir noch Lviv (Lemberg) ein ehemaliges Zentrum der Juden |
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